Der Abwasserverband Wörthersee West investiert kontinuierlich in eine sichere Abwasserinfrastruktur
Zentrale Aufgabe mit steigenden Anforderungen
Die Sicherstellung einer funktionierenden Abwasserentsorgung zählt zu den zentralen Aufgaben der kommunalen Infrastruktur. Der Abwasserverband Wörthersee West (AWVWW) arbeitet daher konsequent daran, seine Anlagen, technischen Systeme und organisatorischen Abläufe weiterzuentwickeln.
Zahlreiche Projekte – von baulichen Maßnahmen über technische Innovationen bis hin zu organisatorischen Weiterentwicklungen – tragen dazu bei, die Abwasserinfrastruktur langfristig leistungsfähig, umweltfreundlich und krisensicher zu gestalten. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen durch Bevölkerungsentwicklung, Tourismus und Klimaveränderungen gewinnt dieser kontinuierliche Ausbau zunehmend an Bedeutung.

Bild 1: Geschäftsführer Ing. Gregor Wagner (links), Obmann 2. Vbgm. Sandro Spendier (rechts), Quelle: Marta Gillner
Instandhaltung und Ausbau der Anlagen.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Instandhaltung der bestehenden Anlagen. So ist unter anderem die Sanierung der Beckenkronen und begehbaren Flächen auf der Abwasserreinigungsanlage vorgesehen, um die langfristige Betriebssicherheit der Anlage zu gewährleisten.
Diese Maßnahmen bilden die Grundlage dafür, dass die bestehenden Systeme auch langfristig zuverlässig funktionieren und kostenintensive Ausfälle vermieden werden können.
Parallel dazu werden infrastrukturelle Verbesserungen am Standort vorbereitet. Dazu zählen ein Konzept zur Erweiterung der Garagen- und Carportflächen sowie bauliche Anpassungen im Zuge der Errichtung einer Schwarz-/Weißtrennung, verbunden mit einem gleichzeitigem Verwaltungsumbau.
Digitalisierung und moderne Steuerung
Auch im technischen Betrieb werden gezielt Modernisierungsschritte gesetzt. Dazu zählt unter anderem die Umstellung der Leitsysteme mehrerer Anlagenbereiche auf das moderne System MyTAS – ein webbasiertes Serviceportal und Leitsystem der RSE Informationstechnologie GmbH zur Überwachung, Steuerung und Analyse technischer Anlagen.
Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung und effizienter Anlagensteuerung gesetzt.
Sowohl 129 Nebenpumpwerke (NPW) als auch Anlagenbereiche wie 24 Haushebeanlagen (HHA) und vier Kleinkläranlagen (KKA) sowie die zentrale Abwassereinigungsanlage und die 11 Hauptpumpwerke (HPW) werden schrittweise auf dieses System umgestellt. Ziel ist eine effizientere Steuerung, Überwachung und Dokumentation der technischen Abläufe.
Kanalnetz und technische Weiterentwicklung
Neben der technischen Modernisierung spielt auch die Pflege des umfangreichen Kanalnetzes eine entscheidende Rolle. Wiederkehrende Maßnahmen zur Kanaltrassenfreihaltung werden ebenso umgesetzt wie Kanalreinigungs-, Wartungs- und Sanierungsarbeiten im gesamten Verbandsgebiet.
Diese Tätigkeiten sind wesentlich, um die Funktionsfähigkeit der bestehenden Infrastruktur dauerhaft zu sichern und mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen.
Im Bereich der Verfahrenstechnik innerhalb der Kläranlage werden ebenfalls Verbesserungen vorbereitet. So konnte die Planung und Kostenschätzung für einen möglichen Durchgang im Bereich des Biofilters bereits abgeschlossen werden. Darauf aufbauend wird derzeit ein Konzept für mögliche Ersatztechnologien entwickelt, um die langfristige Leistungsfähigkeit der biologischen Reinigungsstufe sicherzustellen.
Energie, Nachhaltigkeit und neue Technologien
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der zukünftigen Behandlung und Verwertung von Klärschlamm. So wird aktuell ein Konzept zur Umsetzung einer Klärschlammtrocknung erarbeitet.
Ziel dieser Planungen ist es, nachhaltige und zukunftssichere Lösungen für diesen wichtigen Bestandteil der Abwasserbehandlung zu entwickeln.
Auch Fragen der Energieversorgung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der AWVWW arbeitet daher an mehreren Ansätzen der Nutzung erneuerbarer Energie. Dazu zählt die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dachflächen ebenso wie Planungen für PV-Freiflächenanlagen sowie mögliche Installationen auf baulichen Strukturen wie Wällen oder Beckenüberbauungen.
Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Eigenversorgung und zur Reduktion des Energieverbrauchs geleistet.
Ergänzend dazu wird ein innovatives Konzept untersucht, das Photovoltaik, Elektrolyse, eine Wasserstofftankstelle sowie die Nutzung des bei der Elektrolyse entstehenden Sauerstoffs miteinander verbindet.

Bild 2: PV – Dachanlagen Lageplan, Quelle: Archiv AWVWW
Ausbau der Infrastruktur und Krisensicherheit
Neben diesen Energieprojekten werden auch infrastrukturelle Erweiterungen langfristig vorbereitet. Ein zentrales Projekt stellt dabei die Planung zur Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage auf eine Kapazität von rund 62.000 Einwohnerwerten dar. Damit soll sichergestellt werden, dass die Anlage auch künftig den steigenden Anforderungen durch Bevölkerungsentwicklung, Tourismus und wirtschaftliche Nutzung gerecht wird.
Ein weiterer wichtiger Bereich betrifft den Hochwasserschutz und die Krisenvorsorge. In diesem Zusammenhang werden Maßnahmen zur Blackoutvorsorge bei den Hauptpumpwerken (HPW) Krottendorf und Duel umgesetzt. Gleichzeitig werden Betrieb und Wartung dieser Anlagen sichergestellt, um auch in Extremsituationen eine zuverlässige Funktion gewährleisten zu können.

Bild 3: Erneuerung Pumpdruckleitung HPW Velden, Quelle: Archiv AWVWW
Organisation, IT-Sicherheit und interne Abläufe
Neben den technischen Maßnahmen werden auch organisatorische und administrative Abläufe weiterentwickelt. Dazu zählt unter anderem die Umstellung verschiedener Beschaffungsprozesse im Zuge der BMD-Umstellung für Bestellungen und Beauftragungen sowie die Anpassungen interner Abläufe, beispielsweise durch eine Prozessumstellung bei Projektabnahmen.
Auch rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit der Infrastruktur werden bearbeitet, beispielsweise die Wiederverleihungen von Wasserrechten für einzelne Bauabschnitte des Kanalnetzes, darunter die Bauabschnitte BA 05 und BA 09.

Bild 4: Geschäftsführer Ing. Gregor Wagner (rechts), Obmann 2. Vbgm. Sandro Spendier (links), Quelle: Marta Gillner
Im operativen Bereich wurden in den vergangenen Jahren mehrere Vorhaben erfolgreich umgesetzt. Dazu zählt die Anschaffung eines Kleinkastenwagens für den Fuhrpark des Verbandes. Ergänzend dazu wird derzeit der Ersatz eines Traktors vorbereitet, der künftig ebenfalls im Anlagenbetrieb eingesetzt werden soll.
Gleichzeitig beschäftigt sich der Verband auch mit rechtlichen Fragen aus der Vergangenheit, etwa im Zusammenhang mit der Geltendmachung möglicher Schadenersatzansprüche im Rahmen des sogenannten „Baukartells“.

Bild 5: Sandwäscher, Quelle: www.pwl-anlagentechnik.de
Ausblick: Investitionen in eine sichere Zukunft
Die Vielzahl der Projekte zeigt deutlich, wie breit das Aufgabenfeld des Abwasserverbandes Wörthersee West inzwischen geworden ist. Neben der klassischen Abwasserentsorgung spielen heute auch Themen wie Digitalisierung, Energieversorgung, Krisensicherheit, Infrastrukturmodernisierung sowie organisatorische Weiterentwicklung eine zentrale Rolle.
Durch diese konsequenten Investitionen stellt der AWVWW sicher, dass die Abwasserentsorgung im gesamten Verbandsgebiet auch in Zukunft zuverlässig funktioniert. Gleichzeitig leisten diese Schritte einen wichtigen Beitrag zum Schutz des sensiblen Naturraums rund um den Wörthersee sowie zur nachhaltigen Entwicklung der Region.
Mit Blick auf die kommenden Jahre wird deutlich, dass der Verband weiterhin gezielt an der Modernisierung und Erweiterung seiner Infrastruktur arbeitet. Die zahlreichen laufenden, geplanten und bereits umgesetzten Vorhaben zeigen, dass die Abwasserinfrastruktur nicht nur erhalten, sondern kontinuierlich an neue technische, ökologische und organisatorische Anforderungen angepasst wird. Damit bleibt der Abwasserverband Wörthersee West auch künftig ein zentraler Partner für Umwelt- und Gewässerschutz in der Region.
