
Im Jahr 2007 übernahm Thomas Burger die Position des Betriebsleiters. Am 23. Mai wurde in der Gemeinde Wernberg der letzte Spatenstich für den Bauabschnitt 32 (Umberg/Stallhofen) gefeiert. Bis Ende 2008 waren sämtliche Objekte im Pflicht-Entsorgungsbereich der Gemeinde Wernberg an das Kanalnetz angeschlossen. Ein besonderes technisches Highlight bildete die Sanierung von vier Kilometern alter Rohrleitungen mittels Inliner-Verfahrens, wodurch Straßenaufgrabungen vermieden wurden; die Maßnahme verursachte Kosten von rund 700.000 Euro. Dieser Ansatz zog 36 Fachleute von Abwasserwerken aus Kärnten, Steiermark und Salzburg nach Velden, die sich über die neuartige Technik informierten.

1: Einer der beiden letzten Bauabschnitte bildete jener in St. Martin im Jahr 2009
Drei Jahre später, im Juni 2011, konnte man die Bauabschnitte 35 und 36 abschließen – mit Investitionen von 3,3 Millionen Euro. Gleichzeitig wurde Bauabschnitt 39/2 umgesetzt und Ende des Jahres folgte Bauabschnitt 40 mit der Erneuerung der Kläranlage- und Pumpwerkstechnik. Damit waren bis 2012 sämtliche Hauptanlagen und Kanalbauabschnitte fertiggestellt, womit das Projekt offiziell als abgeschlossen galt.
Am 13. Juli 2013 wurde die Fertigstellung der Anlage nach 17 Jahren Bauzeit mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. In diesem Rahmen konnte man auf 40 erfolgreich abgeschlossene Bauabschnitte zurückblicken. Noch im selben Jahr wurde mit Bauabschnitt 39/3 der Anschluss neuer Gebäude ermöglicht.

2: Bau der zusätzlichen Leitung des Draudükers
Der Ausbau setzte sich 2015 mit dem Bau einer zusätzlichen Druckleitung und der geplanten Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Abwasserreinigungsanlage fort.
Auch die Übernahme des neuen Prozessleitsystems erfolgte in diesem Jahr. Eine breite Informationskampagne unter dem Motto „Denk KLObal, schütz den Kanal“ folgte 2016. Parallel dazu wurde die Pumpdruckleitung beim NPW Kofler saniert und zusätzliche 56 m Seedruckleitungen im See verlegt.
Ein organisatorischer Wechsel prägte die Jahre 2016 und 2017: Gregor Wagner wurde erst als stellvertretender Geschäftsführer eingesetzt und übernahm schließlich im Juli 2017 die operative Leitung. Er folgte damit auf Klaus Lassnig, der Anfang 2018 in den Ruhestand ging. Parallel dazu wurde das Verwaltungsgebäude umgebaut und barrierefrei gestaltet.

3: Durch den Umbau des Verwaltungsgebäudes erreichte man die Barrierefreiheit
Weitere technische Fortschritte wurden ab 2018 erzielt, etwa durch die Überprüfung und Fertigstellung verschiedener Bauabschnitte sowie Gespräche über die Ableitung der Tunnelwäsche des Karawankentunnels. Ein Jahr später begann die Erneuerung des NPW Unterwernberg und die Befassung mit Klärschlammtrocknung. Auch Tests zur Abdichtung von Kanaldeckeln starteten, um Oberflächenwässer vom Kanalnetz fernzuhalten.
Ab 2019 rückte zunehmend die Sanierung des Kanalaltbestandes in den Vordergrund. Ein Meilenstein war 2020 die Umsetzung von Bauabschnitt 27.3 sowie der Festakt zum 25-jährigen Wasserrechtsbescheid der ARA Rosegg und zum 30-jährigen Bestehen des AWVWW. Zwischen 2015 und 2020 erfolgten zudem umfangreiche Nachrüstungen wie die Modernisierung der Schlammlinie, des Turboverdichters und der Rechenanlage.
Mit Herrn Sandro Spendier erhielt der Verband 2021 einen neuen Obmann, nachdem Herr Walter Kupper dieses Amt 24 Jahre lang ausgeübt hatte. In den Jahren 2022 und 2023 rückten schließlich Pläne zur Stilllegung alter Seedruckleitungen durch die Westbucht in den Fokus. Diese seit den 1970er/1980er Jahren genutzten Leitungen sollten künftig über Land geführt werden.
Die Gegenwart und nähere Zukunft sind von Energie- und Modernisierungsprojekten geprägt. Dazu gehören Maßnahmen zur Energieoptimierung, eine großangelegte PV-Ausschreibung und die weitere technische Modernisierung des Betriebs, die in den Jahren 2024 und 2025 umgesetzt werden.
Während das regionale Projekt erfolgreich umgesetzt wurde, veränderten sich auf internationaler Ebene die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen:
Die Jahre 2007 bis 2009 waren von der globalen Finanzkrise geprägt. 2015 und 2016 erschütterte die europäische Flüchtlingskrise viele Länder.
Von 2019 bis 2021 stand die Welt im Zeichen der COVID-19-Pandemie und ab 2020 rückten die Auswirkungen des Klimawandels und zunehmende Umweltkrisen verstärkt ins Bewusstsein.
2022 begann Russlands Großinvasion in die Ukraine. Parallel dazu beschleunigten sich die globalen Entwicklungen in Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Datenverarbeitung in rasantem Tempo.
