
Am 21. und 22. April 1981 wurde ein See-Steuerkabel mit einer Länge von 3.055 Metern vom Strandpark bis zum ehemaligen Hotel Auenhof für die Nebenpumpstation III in Auen verlegt. Die Verlegung erfolgte durch Pioniere des Bundesheers vom Pionierbataillon 2. Das Kabel war eine Sonderfertigung im Wert von 480.000 Schilling. Es bestand aus 40 Adern und wog 8,5 Tonnen, weshalb die Pioniere eine 25-Tonnen-Fähre als Plattform für das Abspulgerät einsetzten.

1: 1981 Verlegung des See-Steuerkabels durch die Pioniere
1982 wurde die Hauptpumpstation erweitert und alle sechs Pumpen erneuert. Diese liefen auf Höchstleistung – bereits an einem August-Vormittag reichte das Spitzenaufkommen an Abwasser aus, um die Belastungsgrenzen zu erreichen. Bei starkem Regen verdoppelte sich die Belastung, woraufhin der Kanal überlief und Abwässer in den See gelangten. Die Gründung eines Abwasserverbandes wurde weiterhin verschoben, während sich bei der Gemeinde Velden die Kanalschulden häuften. Bürgermeister Petritsch verweigerte im Dezember die Rückzahlung der restlichen Darlehen an den Wasserwirtschaftsfonds – von insgesamt 8,6 Millionen Schilling standen noch 1,6 Millionen aus. Er begründete dies mit dem gebrochenen Versprechen des Gläubigers, die Schulden zu erlassen oder zu stunden.

2: 1982 Hauptpumpstationen wurden erneuert, trotzdem blieb die Kapazität knapp
1983 wurde bei den Pumpstationen ein Retentionsbecken errichtet, um Belastungsspitzen aufzufangen. Dennoch waren die Pumpen und Druckleitungen weiterhin zu schwach ausgelegt. Auch die Kläranlage stieß an ihre Kapazitätsgrenzen. Daher wurde der Bau einer biologischen Kläranlage in St. Egyden ins Auge gefasst. Das Grundstück war bereits angekauft worden, die geplanten Kosten lagen bei 100 Millionen Schilling. Voraussetzung dafür war jedoch die Gründung eines Abwasserverbandes – doch Wernberg, Rosegg und St. Jakob weigerten sich weiterhin aus Angst vor den hohen Kanalkosten.
Das Retentionsbecken bei der Hauptpumpstation, mit einem Fassungsvermögen von 830 Kubikmetern, wurde im Mai 1985 fertiggestellt. Zusätzlich wurden Räume für ein zweites, jedoch noch nicht ausgestattetes, Pumpwerk errichtet. Die Endkosten – inklusive der zu montierenden Pumpen, Druckleitung, Freispiegelkanal und Fernmeldekabel – beliefen sich auf 23 Millionen Schilling.
Am 5. Februar 1986 trafen sich erstmals die Vertreter der vier Gemeinden Velden, Wernberg, Rosegg und St. Jakob, um über die Gründung eines Abwasserverbandes „Wörthersee West“ zu sprechen.
1987 war schließlich Wernberg die erste Gemeinde, die konkrete Schritte zur Gründung des Verbandes setzte. Der Gemeinderat fasste zwei einstimmige Beschlüsse: am 29. Mai die Grundsatzerklärung und am 18. August die Verbandsbildung.
Nach vielen Herausforderungen und langen Diskussionen wurde allen Beteiligten klar, dass die Lösung der Abwasserprobleme nur gemeinsam möglich war. Der Weg für den Abwasserverband Wörthersee West war damit geebnet – und eine gemeinsame Zukunft konnte beginnen.
Auch gesellschaftlich und politisch war diese Zeit von einschneidenden Ereignissen geprägt:
Am 29. August 1981 ereignete sich ein Terroranschlag auf den Wiener Stadttempel. Der Anschlag forderte zwei Todesopfer und 20 Verletzte. Einer der beiden Täter warf zwei Handgranaten in die Nähe eines Polizisten, der den Eingang bewachte. Die Attentäter gehörten einem palästinensischen Revolutionskomitee an und wurden zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Auftraggeber erhielt 20 Jahre Haft.
Am 6. Oktober 1987 wurde der damalige Landeshauptmann Leopold Wagner (SPÖ) bei einem Klassentreffen von einem ehemaligen Schulkameraden auf der Toilette angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Nach neuerlicher Aufrollung des Verfahrens in Innsbruck wurde der Täter wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt. Wagner trat anschließend zurück und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2008 im Privatleben.
